6

YiGGs

Beschreibung des Patriarchats? 4 Worte reichen

Avatar von hannelore hannelore - 29.10.08 21:47
Vater, Titel, Stamm, Oberhaupt - Die Kombination dieser vier Wörter sind die Eckpfeiler der patriarchalen Gesellschaft. Patriarchat ist die gewohnheitsmäßige Abfolge von Gewalt und Leid. (TV-Tipp)

Kommentare: (15)

  • von Monika-TS - 30.10.08 14:08
    dies ist kulturgeschichtlich schlichtweg falsch - das Patriachat hat wie alle anderen Lebensformen unterschiedlichste Ausprägungen je nach Land je nach Zeit gehabt -


    zu einseitig wird hier ein Bild gezeichnet - schade


    lg

  • von hannelore - 31.10.08 13:40
    @monika-ts: die Ausprägungen sind natürlich je nach geografischer Umgebung und anderer Einflüsse unterschiedlich. Aber das Grundmuster und die soziale Struktur, auf die man beim zeitlichen rückwärts verfolgen in der jeweiligen Kultur und Zeit stößt, sind immer die gleichen.


    Gegenargumente mit Beispielen würde ich interessant finden.

  • von Monika-TS - 02.11.08 18:47
    @hannelore


    Patriarchat ist die gewohnheitsmäßige Abfolge von Gewalt und Leid.-- das ist doch sowas von unbelegt - ==> normalerweise ist der Angeklagte unschuldig bis die Anklage bewiesen hat , dass er es nicht ist


    Moses war Patriarch - der hat sein Volk gerettet - oder etwa nicht ..


    nr mal so einwerf


    lg

  • von hannelore - 20.11.08 16:59
    @Monika-TS



    Moses war Patriarch - der hat sein Volk gerettet - oder etwa nicht ..



    klar, wenn du den Stories der (Kirchen)Patriarchen glaubst - aber über Glauben lässt sich nicht diskutieren.


    Siehe auch: Ein Artikel über Glaubenssätze

  • von Monika-TS - 24.11.08 00:24
    ich war fort daher erst jetzt meine Antwort @hannelore


    ob Glaubenssätze oder nicht, es ist die *Geschichte* eines Patriarchen,


    die Apodiktik der Aussagen stört mich, dadurch verlieren sie vieles an Wert.


    zu behaupten Patriarchat sei einfach böse ist genauso ein Glaubenssatz,


    lg

  • von hannelore - 25.11.08 22:22
    @Monika-TS Von böse kann gar keine Rede sein. Patriarchale Strukturen sind kontraproduktiv. Und was soll bewiesen werden?


    Es ist eine persönliche Einstellung ob man ein Gewalt-System akzeptiert oder versucht, es zu beseitigen. Manche sagen, man muss Gewalt dulden, weil sonst das Chaos ausbricht. Andere ziehen herrschafts- und gewaltlose Gemeinschaften vor und engagieren sich dafür.


    Der Artikel klärt schlicht auf. Was jeder damit macht, kann sehr verschieden sein.


    Gruß, Hannelore

  • von Monika-TS - 25.11.08 23:20
    es wird unter Menschen niemals ein herrschaftsloses System geben @hannelore, weil es in sich unlogisch ist


    gewaltlos und herrschaftslos sind ja keine siamesischen zwillinge -


    lg

  • von KMR - 25.11.08 23:26
    sehr interessanter Dialog... @hannelore @Monika-TS

  • von hannelore - 27.11.08 22:36
    @Monika-TS Mit der Leugnung herrschaftsfreier Gemeinschaften trittst du in alte Fußstapfen. Bereits Platon betrieb diese einseitige Polemik. Aus der ursprünglich neutralen Kennzeichnung eines führerlosen Zustandes (einschl. des Archon-freien Jahres) wurde bei Platon ein moralisierender Kampfbegriff, der Gesetzlosigkeit und ausschweifende Unsittlichkeit mit der Anarchie assoziierte.


    Dieses Erbe macht es für viele schwer aus dem patriarchalen Herrschafts-Kästchen heraus zu denken.


    Das ging so weiter bis Emile Durkheim, dem Begründer der Soziologie.


    Erst ab den 1960er Jahren wurden das Thema in den Sozialwissenschaften wieder auf die Tagesordnung gesetzt (vgl. Christian Sigrist "Regulierte Anarchie") und in den 90ern setzte ein moderner Diskurs ein.


    "Akephalien" (grch. "ohne Kopf", herrschaftsfrei), auch "segmentäre Gesellschaft" genannt, gab es in der Vergangenheit weltweit und sie existieren teilweise bis heute. Z.B. die Nationen der Irokesen in Nordamerika, die Cuna in Mittelamerika, die Mosuo in Südchina, die Dogon, die Dagara, die Nuer in Afrika, um ein paar größere Gesellschaften zu nennen (je zwischen 100.000 und 800.000 Menschen, bis auf die Irokesen, das sind sehr sehr viel mehr.) Literatur z.B. Haude/Wagner "Herrschaftsfreie Institutionen" (Darin wird auch auf die Logik ihrer theoretischen Leugnung eingegangen


    Im Internet: Segmentäre Gesellschaft


    FYI @KMR

  • von Monika-TS - 27.11.08 23:53
    hi@hannelore


    ich kann natürlich das Wort Herrschaftsstruktur mit *Senioritätsprinzip* ersetzen - jetzt bewusst verkürzt.


    es gibt in jeder Gemeinschaft immer irgend eine Struktur wo einer -aus unterschiedlich definierten und sich unterschiedlich entwickelten Gründen- über wem anderen *weisungsbefugt* ist.


    diese Strukturen weisen sogar die großen *modernene* Anarcho Gruppen auf.


    mag auch ein größeres Gemeinschaftsgefüge nicht erkennbar einem Herrschaftsgefüge unterliegen wie derzeit wir hier in Europa: Brüssel==>Staat(nation)==>Landesgesetze etc.. und über all dem die Wirtschaft als Träger des Herrschaftsgefüges, so hat aber die jeweils kleinste Einheit sehr wohl ein Gefüge von: einer darf wem anderen was anweisen.


    die kleinste Hierarchie:Elternteil und Kind


    lg


    @KMR schön einen *Mitleser* zu haben

  • von UsualRedAnt - 28.11.08 02:45
    @Monika-TS Mitlesen ist eine Sache. Mitreden eine andere.


    Die Frage der Herrschaft des Menschen über den Menschen ist leider kaum mit einem Satz zu beantworten. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass es einem Teil der Menschen sehrwohl gefällt, wenn ihm wer sagt, was zu tun und zu lassen ist. Gehorsam ist allzuoft der leichtere Weg.


    Andere wollen anführen... Manche werden von den Umständen zur Macht gezwungen, manche suchen sie.


    Ich glaube, am wohlsten fühle ich mich unter Gleichen. In meinem Freundeskreis gibt es keine Hierachie.


    Wenn ich mich jedoch zwischen Macht und Ohnmacht entscheiden muß, wähle ich "instinktiv" die Sagen-wo's-langgeht-Position. Meine Freunde nennen das den Weltbeherrschertick - Ich sage lieber mein Häuptling-Gen. Kann ja nich nur Indianer geben.





    P.S. Hinter jedem zweiten zu allem entschlossenen Mann, steht eine Frau mit zornigem Blick, verschränkten Armen und vor Wut tippendem Fuß. Wer Herrschaft und Gewalt nur bei Männern vermutet, unterschätzt die Frauen.


    P.P.S. Wer glaubt Stamm und Oberhaupt hätte was mit Mann zu tun, kennt meine Mama nich

  • von Apache - 28.11.08 08:05
    Wie konnte mir das nur entgehen, wirklich interessant. Ich liebe es, wenn zwei Frauen über das Patriarchat reden und halte ausnahmsweise einmal meine Klappe, obwohl ...


    Also @UsualRedAnt wieso kann es nicht nur Indianer geben? Ach ja, verstehe schon, wir brauchen ja auch Indianerinnen, sprich Squaws und zwar je mehr, umso besser, oder?
    Ich suche schon einmal das Weite falls das eine der Damen von oben lesen sollte.


    Nur Spaß, ganz ehrlich, das ist alles nur Spaß. Ich will doch gar keine Frauen besitzen (nicht einmal Squaws), die machen doch eh nur Probleme. Nein, ich mache mir lieber alles selbst, hugh!

  • von Monika-TS - 28.11.08 09:05
    naja das Prinzip des Patriachats kann sich 1:1 im Matriachat wiederholen, -weils beim "Prinzip" und beim "System" Patriachat - so an und für sich und per se nicht um Männer und Frauen geht - sondern um ein bestimmtes Herrschaftssystem, an dessen Spitze ---vor ewigen Zeiten) Männer standen-- heute die Ölindustrie und Brüssels-Kommissare-auch wenn dies KommissarInnen sind @Apache


    @hannelore ich habe es mir nochmals o überlegt und angesehen:
    ++++++


    Bereits Platon betrieb diese einseitige Polemik.
    ++++++++


    Ich finds ja wirklich ehrenwert einerseits mich mit Platon zu vergleichen - andrerseits wieso war *ich*polemisch? - und so ganz und an und für sich - mag ich Platon nicht- hol mir deswegen öfter Schelte von vielen anderen.


    lg

  • von Apache - 28.11.08 09:24
    @Monika-TS Damit habe ich nicht gerechnet, dass du mich hier ertappst, immerhin ist der Artikel schon 29 Tage alt.


    Und weil ich heute wieder so witzig bin, gleich noch ein guter Rat: "Wenn dir Platon nicht geheuer ist, versuche es doch mit Platine!" Die hat nur ein grammatikalisches Geschlecht und das ist natürlich weiblich "die Platine", weil die meisten Elektrotechniker eben Frauen sind und wir anscheinend in einem Matriarchat leben. und

  • von hannelore - 29.11.08 03:15
    @UsualRedAnt "Wer Herrschaft und Gewalt nur bei Männern vermutet, unterschätzt die Frauen."


    Da stimme ich dir voll zu!! Wie es das Schicksal so will habe ich gerade einen Artikel dazu geschrieben (anhand eines Weihnachtsmärchens decke ich auf, welchen Anteil Frauen am Gehorsamkeitszwang unseres Patr. Systems haben und wie sie damit die Gewaltherrschaft aufrechterhalten)


    Wird am 1. Advent veröffentlicht, deshalb kann ich noch keinen Link setzen, außer auf das Blog


    ps man müsste diesen thread abonnieren können, ich kann doch nicht jedesmal alle Teilnehmenden verlinken, oder wird das erwartet??

atom-feed icon

Letzte YiGGs und TwiGGs

  • Profil von Apache besuchen
  • Profil von KMR besuchen
  • Profil von lnell besuchen
  • Profil von yiggamouse besuchen
  • Profil von hannelore besuchen

Jetzt und später mehr von dieser Quelle: Hilfe

Mehr lesen zu diesen Themen: Hilfe

Debatte