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Frauen und Kinder zuerst?

Avatar von hannelore hannelore - 17.01.09 01:22
Bei der Rettungsaktion nach dem Flugzeugabsturz in New York schrie ein Mann: Frauen und Kinder zuerst. Der Beitrag sucht nach den Wurzeln dieser Forderung und findet sie im kapitalistischen Sklavenhandel des frühen Patriarchats...

Kommentare: (18)

  • von supersonic88 - 17.01.09 05:45
    bei allen Respekt für ihre Artikel finde ich den Zusammenhang zwischen der Situation an Board des Flugzeugs und ihren patriarchisch / geschichtlich aufgeführten Argumenten an den Haaren herbeigezogen. Sie vergleichen ja einen Ehemann und Vater mit einem Sklavenhändler.


    Natürlich wird nicht Frau und Kind als erstes nach vorne geschickt um die Luke zu öffnen und den anderen zu helfen, aber wenn der Weg gebahnt ist.



    Aber der Überlebenstrieb ist der stärkste Impuls, den wir haben. Und da stehen auch die besten Männer nicht drüber.



    das beste Beispiel dafür ist doch der besagte Mann.

  • von Monika-TS - 17.01.09 11:48
    eine Gesellschaft , die im Notfall nicht zuerst die Kinder rettet - wäre bei mir unten durch- da Kinder aber alleine nicht weiterkönnen brauchen sie jemanden- traditionell- uns Frauen


    es gibt Verhaltensweisen, die mögen ihren Ursprung in einer sehr bescheidenen Gesellschaftsformhaben, doch solang es keine bessere Idee dazu gibt, finde ich es *irritierend* sie derart anzugreifen


    ich habe sehr große Hochachtung vor diesem Mann - weil er -vermutlich einfach seiner innersten Überzeugung folgend - auch in einer sehr kritischen SItuation- zuerst an den Schutz von Kindern und Frauen dachte.


    Ich weiß noch, dass bis 1965 der Ehemann nach der Hochzeit zum Chef der Frau gehen konnte , um dort deren Dienstverhältnis zu lösen- ohne ihre Einwilligung!


    Das ist für mich einuralt Relikt einer MachoGesellschaft gewesen.


    Aber eine Gesellschaft wo sich der eine um den anderen sorgt-siehe dieser Mann- finde ich fantastisch --und


    sollte man da zuerst diskutieren wer wann raus geht?


    und wäre da ein Papa mit seinem Kind alleine im FLugzeug, tät ich sein Kind nehmen und wie meines schützen, weils für mich einfach *normal* wäre.

  • von hannelore - 17.01.09 15:09
    Hmm... zu entscheiden, wer in einer Notsituation zuerst oder überhaupt gerettet wird, ist sicherlich ethisch ein schreckliches Dilemma, mit dem ich nicht konfrontiert sein möchte.


    Aber darum geht es in dem Artikel gar nicht. Da scheint ein Missverständnis vorzuliegen.


    Meine Blogs wollen immer etwas bewusst machen und bieten nie Lösungen an, die muss jedeR selbst finden.


    Dieser Beitrag handelt von Herrschaft einiger über andere, wo willkürlich und aus kommerziellen Gründen über Tod und Leben bestimmt wird. Ich denke, dazu hat niemand ein Recht.


    Frauen und Kinder sind prinzipiell wertvoller als Männer und Alte? Was für eine Anmaßung!


    Zum Glück sehen Notfallpläne andere Kriterien vor; Ausmaß der Verletzung, Gehfähigkeit etc. siehe Triage - und wo so viele wie möglich überleben, ohne Ansehen der Person.


    @supersonic88 "Sie vergleichen ja einen Ehemann und Vater mit einem Sklavenhändler. " - Dagegen spricht schon der letzte Satz. Einfach mal die Links im Text verfolgen, dann wird's klarer (hoffentlich).

  • von Apache - 17.01.09 19:07
    Ich möchte mich supersonic88 und Monika-TS ganz anschließen, seine Logik ist überzeugend und es bedürfte eigentlich keiner weiteren Worte. Trotzdem möchte ich nicht einmal einem Gorilla sein Baby wegnehmen müssen. Man findet in allen Kulturen und zu allen Zeiten, von Indianer über Ritter bis heute ... erfreulicher weise immer wieder Helden, siehe die gesamte sogenannte klassische Literatur, die sich für Schwächere einsetzen und ohne zu zögern dabei ihr eigenes Leben riskieren. Genau solche Leute, die rufen "Frauen und Kinder zuerst" sind meine Helden und sie sind mir ein Lichtblick und erleichtern mir mein Los, an den Menschen zu glauben.


    Es geht nicht darum wer wertvoller ist, sondern wer stärker ist und es sich leisten kann Schwächeren zu helfen. Kinder und auch Frauen (daher gibt es im Sport auch Bewerbe für Männer und für Frauen getrennt) sind nun einmal schwächer und ich ziehe vor jeden Mann den Hut, der zuerst an die denkt und zuletzt an sich selbst.

  • von Monika-TS - 17.01.09 20:47
    die Kinder sind unsere Zukunft und daher sind sie diejenigen, die gerettet werden müssen


    da ist für mich sowas von selbstverständlich, dass ich es gar nicht sagen kann.


    meine eignen Kinder sind längst erwachsene Leute, und es wäre mich dennoch selbstverständlich, dass zuerst die kleinen drankommen und dann sie...


    das ist für mich etwas wo ich gar nicht länger drüber nachdenken muss


    es ging in dem Fall, um sterben oder leben und so brutal es klingen mag, aber in dem Fall erachte ich das Retten eines 3jährigen wichtiger als das Retten meines 76jährigen Vaters - es geht ums *zuerst*- nur damit ich dies gut rüberbring.


    mein Vater wäre völligst fertig sein ganzes Leben, wenn er zuerst gerettet werden tät und deswegen ein kleines Kind gestorben wäre..

  • von hannelore - 17.01.09 21:58
    @Monika-TS @Apache Irgendwie kommentiert ihr an der Sache vorbei. Es geht nicht darum, wen ihr persönlich retten würdet.


    Es steht auch nicht drin, wen ich retten würde. Meine persönliche Meinung ist nicht relevant, wenn eine SACHE diskutiert wird.


    Persönliche Meinungen muss man sich bilden, um konkret im Alltag zurecht zu kommen, aber der Bewusstseinserweiterung dienen sie nicht. Um Letzteres geht's im Artikel.

  • von Apache - 17.01.09 22:01
    Ich nehme mir nicht das Recht sagen zu dürfen, dass für mich ein 3 jähriges Kind mehr wert ist, als ein 76 jähriger Mann, auch wenn ich es so empfinden sollte.


    Wenn aber irgendwelche Experten, Gelehrte und Forscher behaupten möchten, dass man unbedingt seinen Ur-Trieb als erstes Folge leisten muss, dann irren sie sich. Außerdem setzen sie dann mein Leben in Relation zu einem anderen. Das geht aber meiner Meinung nach nicht, denn sie können höchstens ihr Leben in Beziehung zu anderen setzen. Niemand sollte sagen ein Kind, eine Weiße, einer mit einer kurzen Nase und mit weniger als 2 Dioptrien usw. ist mehr oder weniger wert als irgend jemand anderer, jüngerer, gebildeterer, anderen Geschlechts, Alter, oder wegen anderer politischen, religiösen Zugehörigkeit usw.


    Ich kann höchstens sagen: "für mich ist ein Kind (besonders meines) mehr Wert, als mein Leben." Denn ich selbst darf mein Leben sehrwohl in eine Beziehung zu anderen setzen, nicht aber Dritte.


    Diese Empfindung kann man niemanden verbieten und sie ist auch keine Anmaßung, meiner Meinung nach. Es würde auch keinen Sinn machen, denn wer nicht unbedingt und um jeden Preis leben will, auch wenn es noch so schön sein sollte, dem kann man diesbezüglich sowieso keine Vorschriften machen.


    Es ist ein heikles Thema, aber ich will auch noch einmal betonen, dass ich sehr froh bin, dass es solche Menschen gibt, wie supersonic88 gesagt hat:



    das beste Beispiel dafür ist doch der besagte Mann.



    Hätte er nur auf seinen eigenen Überlebenstrieb gehört wäre er mir sicher kein einziges Wort wert. Dabei sollte noch berücksichtigt werden, dass der Überlebenstrieb vielleicht ein wenig definiert werden sollte, denn dazu gehört im weiteren Sinne auch der Trieb, sich um seine Nachkommen zu Sorgen.

  • von Apache - 17.01.09 22:07
    @hannelore Fast gleichzeitig gesendet, aber ich denke, nur die persönliche Meinung ist hier relevant und nur jeder Mensch darf das für sich selbst entscheiden, ob er/sie und sein Leben mehr Wert ist, als nur eine biologische Maschine zu sein, die als oberstes Gebot seinem Urtrieb zu gehorchen hat.


    Tut das jemand, habe ich kein Recht ihn deswegen zu verurteilen, aber tut es jemand nicht und kann sich für andere über diesen Trieb und die Todesangst hinwegsetzen, ist er für mich ein Held und er hat meine Hochschätzung und Anerkennung.


    Jetzt muss ich aber schnell zur Arbeit, keine Fehlerkorrektur mehr. Ciao

  • von Apache - 17.01.09 23:14
    So, Ortswechsel vollzogen und jetzt kann ich schnell fertig schreiben, denn vorhin wollte ich noch etwas anbringen.


    Liebe @hannelore ich habe von dir gelernt, oder besser gesagt, wieder gelernt, dass jeder ein Recht auf eigene Gefühle, Gedanken und eine Meinung hat und wenn man ehrlich davon spricht kann man fast nichts falsch machen, aber man/frau sollte sehr vorsichtig sein, wenn man über die Meinung, Gefühle oder Emfindung anderer urteilt. Wörtlich weiß ich es nicht mehr, stand einmal auf deinem ehemaligen Matriarchat Blog und es hat mich sehr beeindruckt, weil es so einfach und so richtig ist.


    Hier sollte man diesen Mann das Recht auf seine Entscheidung lassen und die, die er getroffen hat schätze ich sehr. Was mich nicht berechtigt alle anderen zu verurteilen, die das nicht gerufen haben, trotzdem denke ich, dass hier keine SACHE diskutiert wird, sondern eine wunderbare menschliche Eigenschaft. Schlechte Eigenschaften und Taten die mich am Menschen zweifeln lassen gibt es genug und damit sind ohnehin alle Medien vollgestopft, aber wenn es einmal einen positiven Aspekt eines traurigen Ereignisses gibt, dann will ich diese Worte von dir nicht ganz glauben:



    Diese Forderung ist unsinnig, ja, sogar gefährlich und hat kapitalistische Wurzeln im Sklavenhandel des frühen Patriarchats.



    und sie passt auch nicht zu deinen früheren Aussagen.

  • von spielkind - 18.01.09 00:24
    Ihr diskutiert völlig an der Sache vorbei. In einem Flugzeug mach es keinen Sinn, nach "Gesellschaftsnormen sortiert" zu retten. Die optimale Regel ist dort, wer am dichtesten am Ausgang ist, sollte auch zuerst raus. Alles andere wäre Vergeudung von Leben.

  • von Apache - 18.01.09 00:29
    Hättest du das nicht schon früher sagen können @spielkind dann hätte ich mir die ganze Tipparbeit erspart.

  • von spielkind - 18.01.09 00:31
    @Apache Ich helfe doch gerne.

  • von hannelore - 18.01.09 00:34
    @spielkind danke, dass du es auf den Punkt bringst *erleichtert*


    @apache wie spielkind es sagt, genau so steht es im Artikel, nur detaillierter

  • von Monika-TS - 18.01.09 00:37
    @spielkind das sagt die Logik, wenn man nicht in der Situation ist


    und es war ja auch so - das ist das eine, das andere ist die Frage, ob man aus dem Satz und der Einstellung dahinter eine Frage der Wertigkeit eines Menschen machen kann.


    @hannelore


    ja das verstand ich - Ethik ist ja nichts Starres -

  • von hannelore - 18.01.09 00:45
    @Monika-TS ich war in brenzligen Situationen (Frequent Flyer und Bootsport), deshalb ist mir der absurde Spruch in der Zeitung ja überhaupt aufgefallen.

  • von Apache - 18.01.09 00:48
    Naja, man muss schon bedenken, dass spielkind nichts zu dem Mann, der die Kinder und Frauen vorlassen will aussagt.


    So gesehen ist für mich alles klar, richtig und einfach. Wenn er den Weg nicht versperrt, wird er aber sicher "kids & ladies first" meinen dürfen.


    Ob eine Gefahrenzone verlassen oder betreten wird, sollte im Artikel vielleicht auch besser unterschieden werden; siehe meinen Kommentar auf "Rette sich, wer kann!"

  • von althequick - 18.01.09 13:52
    Der Fall ist doch klar: Bevor das Flugzeug abhebt, müssen alle Passagiere über einen Notfallplan aufgeklärt werden.


    Beschaffenheit des Notfallplans:


    1) Vermeidung von Panik


    2) Schnelle Rettung aller Passagiere (egal ob Mann oder Frau)


    Voraussetzungen:


    1) Eine Aufklärung findet statt


    2) Alle Passagiere haben sie verstanden


    3) Alle Passagieren halten sich daran


    Die Reaktion des Mannes in dem geschilderten Fall zeigt nur, dass kein Notfallplan vorhanden war oder wenn ja, dass dieser nicht vermittelt wurde.

  • von Usul - 18.01.09 14:27
    Ich finde, das ist ein gutes Beispiel für etwas größeres: Bei Regeln, ungeschriebenen Gesetzen etc. sollte man immer wissen, woher sie kommen und was für einen Sinn sie haben, einfach um im rechten Moment die Entscheidung treffen zu können, sie zu brechen, und zwar dann, wenn die eigentliche Bedingung für Entstehung der Regel oder des Gesetzes nicht mehr gegeben ist. So wie hier. Das ungeschriebene Gesetz, Frauen und Kinder zuerst, hat sicherlich in vielen Fällen seine Gültigkeit, aber ein einigen Fällen muss es bewusst gebrochen werden. Das wird aber gern mal von verbohrten Dogmatikern verdrängt, die an alten Regeln und Gesetzen auf Teufel komm raus festhalten und nicht dazu bereit sind, auch alte Dinge zu hinterfragen, ob sie überhaupt noch Sinn machen.

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