Schinzel -
13.10.09 20:02
- Mit insgesamt 15 Durchsuchungen in
Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein setzten Ermittler der
Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Schleuser (GES) M-V einen vorläufigen
polizeilichen Schlusspunkt unter ein seit 2006 geführtes Verfahren
der Staatsanwaltschaft Rostock wegen des Verdachts der illegalen
Einschleusung von Personen in die Bundesrepublik Deutschland. Es
wurden Beweismittel sichergestellt und ein bereits vor Ergreifen
erwirkter Haftbefehl vollstreckt.
Die GES M-V bearbeitet seit 2006 281 einzelne Ermittlungsverfahren
der Staatsanwaltschaften Rostock und Stralsund. In diesem
Zusammenhang konnte unter anderem festgestellt werden, dass zwei
Mitarbeiterinnen der Ausländerbehörden in Bad Doberan und Anklam von
vietnamesischen Staatsbürgern für die Ausstellung rechtswidriger
Aufenthaltstitel bezahlt wurden. Gegen 388 Personen überwiegend
vietnamesischer Herkunft richteten sich strafprozessuale Maßnahmen.
Insgesamt wurden 73 Durchsuchungsmaßnahmen vollzogen. Zur Abschöpfung
des durch Straftaten erlangten Vermögens konnten 34.000 Euro
gesichert sowie dingliche Arreste in Höhe von ca. 500.000 Euro
erwirkt werden. Zwei als Haupttäter verfolgte Schleuser sind bereits
rechtskräftig verurteilt worden. Gegen die Mitarbeiterin eines
Ausländeramtes hat die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage erhoben.
Rechtswidrig erteilte Aufenthaltstitel wurden auf Grund der
strafrechtlichen Ermittlungen neu geprüft und eine Vielzahl dieser
Titel auf dem Verwaltungswege zurückgenommen.
Die Ermittlungen ergaben, dass eine über Jahre gewachsene,
hierarchisch strukturierte, gewerbs- und bandenmäßig agierende
Schleuserorganisation länderübergreifend arbeitete. Die Gruppierung
bestand hauptsächlich aus vietnamesischen Staatsangehörigen, die
Vietnamesen nach Deutschland einschleusten und vielfältigste
Beihilfehandlungen zum unerlaubten Aufenthalt organisierten, um
diesen scheinbar zu legalisieren. Dies geschah durch Vermittlung von
Scheinehen, Vaterschaftsanerkennungen, Asylmissbrauch und Bestechung
von Mitarbeitern der Ausländerbehörden, die unrechtmäßig
Aufenthaltstitel für die eingeschleusten Personen erteilten.
Dieser Ermittlungserfolg konnte aufgrund der engen Zusammenarbeit
zwischen der Staatsanwaltschaft Rostock und der Gemeinsamen
Ermittlungsgruppe Schleuser (GES), die sich aus der Bundespolizei Bad
Bramstedt, dem Landeskriminalamt M-V und dem Hauptzollamt Stralsund
zusammensetzt und seit mittlerweile 10 Jahren besteht, erzielt
werden.
Die GES wurde auf der Grundlage einer gemeinsamen Vereinbarung
zwischen dem Landeskriminalamt M-V und der Bundespolizei gebildet und
nahm ihre Arbeit am 01.03.1999 auf. Seit 2006 beteiligt sich der Zoll
als weiterer Kooperationspartner an der GES M-V. Seit der Gründung
der GES wurden dort ca. 6000 Ermittlungsverfahren bearbeitet. Die
Ermittlungen richteten sich insgesamt gegen 24
Schleuserorganisationen, die auch in M-V tätig waren. Hierbei
handelte es sich im Wesentlichen um deutsche, jugoslawische,
chinesische, vietnamesische, litauische, irakische und ukrainische
Tätergruppierungen.
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