medaber -
24.11.09 13:03
Für gewöhnlich dusel ich nachts bei seichter Radiounterhaltung des Deutschlandfunks ein. So auch vorletzte Woche Montag, als mich der Sprecher aufschreckt:„Robert Enke ist tot“ „Wer zur Hölle ist Robert Enke?“ war mein erster Gedanke. Die Frage wurde umgehend beantwortet. “Fußballtorwart…, Nationalmannschaft…, vor Zug geschmissen…, bla, bla, bla…”
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Gut. Dass es sich für Dich mit der Trauer um Enke "ferngesteuert" und unecht anfühlte, kann Dir keiner vorwerfen. Jeder wie er kann oder muss. Bedenke nur, dass die Trauer sich für die meisten echt angefühlt hat. Ich habe getrauert und tu es immer noch. Deine Geschichte ist ok konzipiert, aber sie macht einen Fehler, sie scheint, die beiden Fälle gegen einander auszuspielen. Das ist unfair gegenüber allen, die trauern. Denn die Geschichte unterstellt beinah, dass es ja allen so gehe wie dem Protagonisten. Das ist natürlich falsch.
Im Übrigen ist das tägliche Leid vor der Nase einem genauso "wildfremd" wie das Leid um die Hungertoten in Äthiopien oder die Überschwemmungsopfer in New Orleans.
Man kann es so sehen, wie der Protaginist der Geschichte. Aber man muss dann auch als Autor mit dem Vorwurf des fehlenden Fingerspitzengefühls bzw. einseitiger Betrachtung leben.