UsualRedAnt -
03.03.10 12:53
Ein bemerkenswerter Artikel über soziale Ausgrenzung und das "Schicksal" Arbeitslosigkeit.
28 Wissenschaftler und Journalisten waren Anfang 2007 in Wittenberge eingefallen – sie blieben drei Jahre lang. Einige wohnten sogar in dem Örtchen mit seinen 20 000 Einwohnern an der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg. Die Forscher und Journalisten haben das Leben der Einwohner bis ins Detail untersucht, Interviews geführt, teilgenommen, beobachtet.
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Auch wenn ich es für wichtig halte, soziale und gesellschaftliche Zusammenhänge genau zu betrachten und Konsequenzen zu ziehen,
ein schales Gefühl bleibt irgendwie schon. Wie würde ich mich fühlen, in einer Art "Terrarium" als Gegenstand einer Langzeitstudie? Steckt da wirklich ersthaftes Erkenntnisinteresse dahinter, oder primär der Voyeurismus der Bessergestellten? Ist das vielleicht die neue (humane) Form der Sozio-Biologie? Jedenfalls ist den Menschen von Wittenberge zu wünschen, dass sie nicht nur Forschungsobjekte bleiben, sondern echte Perspektiven bekommen!
Ich glaube nicht, dass die Einwohner der Stadt sich ihres Status als "Versuchstier" bewusst waren/sind, da es sich um eine Studie handelt, deren Focus die Beobachtung und nicht direkte Befragung ist.
Im Alltag kann sich niemand dauerhaft so verhalten, als ob er ein Labortier wäre. Das sind die Menschen schnell wieder "so wie immer".