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"Angebot an Leser muss sich radikal verändern" - Alan Rusbridger, Guardian

Avatar von KMR KMR - 15.03.10 07:55
Alan Rusbridger, der Chefredakteur der britischen Tageszeitung "Guardian", spricht sich explizit gegen Bezahlschranken und bezahlte Inhalte im Internet aus und ist damit ein Gegenpol zu den mächtigen Verfechtern von Paid Content wie Rupert Murdoch, dem Axel-Springer-Verlag und auch der "New York Times". Der schlimmste Fehler sei es, sich durch Gedanken an Geschäftsmodelle lähmen zu lassen. Im Interview mit derStandard.at spricht er darüber, wie wichtig es ist, mit den
Lesern in einen Dialog zu treten, warum das das Aus für Journalisten bedeutet, die nicht sehr gut...

Kommentare: (3)

  • von KMR - 15.03.10 07:56

    Die Zukunft des Journalismus spielt sich hauptsächlich digital ab. Man muss offen sein und sich ansehen, wie diese digitale Welt funktioniert und davon lernen. Die Strukturen und das Verhältnis zum Publikum ändert sich. Das Publikum reagiert und partizipiert, das ist zwar der schwierigste, aber zugleich auch der aufregendste Bereich. Man muss ein Teil dieser Welt sein und sollte sie nicht ablehnen, indem man Barrieren und Mauern rund um sich aufbaut.

  • von KMR - 15.03.10 07:57

    Die Leser erzeugen einen Druck auf die Journalisten, sodass diese zeigen müssen, dass sie wirklich gut sind. Da muss der Journalist mehr darauf achten, dass beispielsweise seine Theaterkritik wirklich gut ist. Das entblößt vor allem Journalisten, die nicht sehr gut sind. Deshalb werden Journalisten, die nicht sehr gut sind, in diesem Job auch nicht mehr bestehen können. Was die Interaktion mit dem Publikum aber auch zeigen soll ist, dass wenn unsere Journalisten gute Einblicke haben und
    besonders gut schreiben können, dann werden sie die Menschen weiter wertschätzen. Wenn wir das nicht beweisen können, dann gibt es keine Möglichkeiten, dass Menschen für das bezahlen, was wir machen. In Großbritannien haben wir beispielsweise Websites, auf denen Kunstliebhaber, darunter einige ehemalige Journalisten, schreiben. Die Chance für diese Websites zum Erfolg ist, dass wir Bezahlschranken für unsere eigenen Inhalte errichten. Das ist deren größte Chance für ein Geschäftsmodell.
    Warum sollten Leute bezahlen, um davon abhängig zu sein, was eine Person sagt, wenn er oder sie nicht sehr viel besser ist als alle anderen? Insbesondere dann, wenn ich die Information von jemand anderem gratis bekomme.

  • von KMR - 15.03.10 07:58

    Sicher denken wir über Geschäftsmodelle nach. Wir haben aber die Ausgangssituation, dass wir derzeit 25 Millionen Pfund im Jahr digital erwirtschaften. Wir können die Zahlen nicht besser machen, indem wir unser Wachstum dadurch eindämmen, dass wir eine Abogebühr verlangen und uns von den Lesern wegbewegen. Wir würden viel weniger Geld bekommen, als wir das heute durch Werbung tun. Unsere Hoffnung ist, dass wir neue, innovative Wege finden, sodass wir durch Werbung einen genügend hohen Fluss
    an Erträgen haben.

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