presseurmel -
15.03.10 16:28
Sie ist eine der ältesten Wohltätigkeitsorganisationen weltweit. Doch während die Aktivitäten des Lions Clubs, von Rotary International oder des Round Tables meist auf das breite Interesse der Öffentlichkeit stoßen, folgt auf die Frage nach dem „Alten Arabischen Orden der Edlen vom mystischen Schrein“ bei den meisten Zeitgenossen betretenes Schweigen.
„Der ‚Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine’ wurde 1871 von amerikanischen Freimaurern gegründet“, erklärt Charsten Wienbreyer. Durch Mitglieds-Beiträge, Spenden, die Organisation von Sport- oder Tanzveranstaltungen, Bingo-Abende und andere Aktivitäten, finanzieren die weltweit rund 400.000 Mitglieder des „Ordens“ ein Netz von 22 spezialisierten Krankenhäusern. Das Besondere ist, dass Patienten bis zu ihrem vollendeten 18. Lebensjahr kostenlos behandelt werden. Gemeinsame
Vision der so genannten Shriner ist es, mittelfristig auch in Europa eine solche Klinik entstehen zu lassen, sagt Wienbreyer, der als künftiger Präsident dem „Emirat Tempel“, der neu zu gründenden Dachorganisation der europäischen Shriner, vorstehen wird: „Eine Klinik in Europa würde es erlauben, die Mittel direkt für die medizinische Versorgung einzusetzen.“
„Bislang haben sich die rund 800 europäischen Mitglieder des Shrine darauf konzentriert, die Gelder zur Verfügung zu stellen, um Patienten zur Behandlung in die USA, bzw. nach Mexiko oder Kanada zu transportieren “, sagt Wienbreyer. Das werde sich kurzfristig nicht ändern lassen, obwohl die, mit dem Transport, der individuellen Betreuung, mit Vor- und Nachbehandlungen und zahlreichen Operationen verbundenen, Kosten enorm sind. Hinzu kommt, dass die jugendlichen Patienten tatsächlich
durchgehend, bis zu dem Eintritt ihrer Volljährigkeit, in den Einrichtungen der Shriner behandelt werden.
„Eine Prothese wächst nicht mit“, sagt Wienbreyer und auch Verbrennungsopfer, die in den Spezialkliniken der Shriner, selbst bei einer Schädigung von 95% ihrer Hautoberfläche, eine Chance zu Überleben hätten, bedürfen fortgesetzter Betreuung. Nach eigenen Angaben habe der ‚Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine’ seit seiner Gründung über 835.000 Kinder und Jugendliche betreut. Das Gesamtbudget für stationäre Behandlung, Forschung, Diagnose, Therapie und den Unterhalt der
Kliniken belief sich für das Jahr 2009 auf rund 850 Mio. USD (ca. 620 Mio €). Interessant sei, dass nur rund acht Prozent des Geldes in Organisation und Verwaltung flössen. „Dafür werden wir jedes Jahr von der US-Regierung ausgezeichnet“, sagt Wienbreyer mit einem Augenzwinkern.
Im Gegensatz zu dem üblichen, eher zurückhaltenden Wesen der Freimaurer setzen die „Edlen vom mystischen Schrein“ bei ihren Aktivitäten auf Clownerie und orientalisches Gepränge. „Das liegt an unserer Geschichte“, verrät der künftige Präsident, denn einer der Gründungsväter des Shriner-„Ordens“, der Kinderarzt Dr. Walter M. Fleming war tief beeindruckt von dem Empfang eines orientalischen Botschafters zurück gekehrt und hatte mit seiner Begeisterung des Schauspieler William Florence
angesteckt. „In bunter Verkleidung und mit fröhlichen Farben haben die beiden dann für Stimmung in den tristen Kinder-Krankenstuben der damaligen Zeit gesorgt“, sagt Wienbreyer. Bis heute arbeiten Shriner in ihrer Freizeit als Krankenhaus-Clowns, in den USA gehören die bunten Gestalten mit ihrem auffälligen orientalischen Kopfschmuck als fester Bestandteil zu jeder öffentlichen Parade.
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