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Wiesbadener Kurier - Erster «normaler» Planet in anderem Sonnensystem

Avatar von OlbersD OlbersD - 18.03.10 12:29
Komische Sache, der Planet läuft in kurzer Zeit um das Zentralgestirn, soll aber weit entfernt sein. Dann sollte der Stern extrem schwer sein. Die Angaben sind aber etwas schwammig, scheint mir. Vielleicht weiß ja hier jemand genaueres.

Kommentare: (19)

  • von OlbersD - 18.03.10 12:44
    Erstaunlich ist erstmal, dass ein Planet in solch giantischer Entfernung von der Erde entdeckt wurde. Wahrscheinlich ist dies mit relativ großer Entfernung gemeint und nicht die Entfernung zum Zentralgestirn. Exo-Planten in der Größe des Juptiters wurden schon massenhaft entdeckt. Dies ist bestimmt keine Sensation.  Wir, Sonne und Erde liegen offenbar ziemlich genau in der Bahnebene des Exo-Planeten um seinen Stern, so dass wir regelmäßig teilweise Bedeckungung des Sterns beobachten können.
    Damit lässt sich der Exo-Planet nachweisen, obwohl er sehr weit von der Erde entfernt ist. Aus der Beobachtung ergibt sich erst einmal die Umlaufzeit. Wenn die Masse des Sterns vergleichbar der Sonne ist, ergibt sich daraus auch etwa die gleiche Entfernung zum Zentralgestirn, wie bei einem Planeten im Sonnensystem mit gleicher Umlaufzeit. 

  • von OlbersD - 18.03.10 13:13
    -- Zitat --


    Eine Besonderheit von Corot-9b ist die relativ große Entfernung von seiner Sonne


    -- Zitat Ende --


    Ich schätze mal, da hat ein Journalist etwas gründlich missverstanden. Der Exoplanet ist nicht weit von seiner sondern von unserer Sonne entfernt.

  • von OlbersD - 18.03.10 13:21
    Was zunächst einmal direkt gemessen wird, ist die Helligkeitsänderung bei der Sternbedeckung durch den Exoplaneten. Diese hängt unmittelbar von seiner Entfernung zum Stern, seinem Durchmesser und dem Durchmesser des Sterns ab. Genaue Aussagen über die Größe des Planeten sind damit gar nicht möglich. Allerdings könnte eventuell angenommen werden, der Stern sei von Masse und Durchmesser sonnenähnlich. Dann lässt sich der Abstand von Stern und Exoplanet aus den keplerschen Gesetzen ableiten.
    Schließlich lässt sich dann aus den Helligkeitsunterschieden bei der Bedeckung auf den Durchmesser (nicht unmittelbar auf die Masse) des Exoplaneten schließen.

  • von OlbersD - 18.03.10 13:32
    Ein wirklich jupiterähnlicher Planet könnte aber nicht auf der Merkurbahn umlaufen, weil die Temperatur zu hoch wäre und der Wasserstoff nicht von der Gravitation festgehalten werden könnte. Nun könnte der Planet aber eine ähnliche chemische Zusammensetzung aufweisen wie die Erde. In diesem Fall wäre er noch erheblich schwerer als der Jupiter. Ich sehe aber keinen zwingenden Grund, der dies ausschließt. Aus der Farbe des Sternenlichts, lässt sich auf seine Oberflächentemperatur schließen.
    Diese bestimmt auch die Helligkeit des Sterns bei gegebenem Durchmesser. Der Stern kann also keinen wesentlich kleineren Durchmesser haben, was sonst die Helligkeitsunterschiede im Prinzip auch erklären könnte. Denkbar wäre auch, dass der Stern eine wesentlich höhere Dichte als die Sonneaufweist. In diesem Fall wäre der Exoplanet weiter entfernt.

  • von OlbersD - 18.03.10 19:09
    newsticker.welt.de

  • von OlbersD - 18.03.10 19:17
    Echt ein Witz, die Welt schreibt wortgleich den gleichen Text wie der Wiesbadener Kurier, mit dem gleichen groben sachlichen Schnitzer. Nein, der Exoplanet ist nicht weit von seiner Sonne entfernt, im Gegenteil er umkreist seine Sonne etwa im Abstand des Merkur (soweit man den Wissenschaftlern glauben kann). Der Merkur ist der Planet in unserem Sonnensystem mit dem geringsten (nicht dem größten!) Abstand zur Sonne. Aber der Stern mit dem Exoplanet ist sehr
    weit von unserer Sonne/Erde entfernt.

  • von OlbersD - 18.03.10 19:27
    www.bild.de

  • von OlbersD - 18.03.10 19:36
    Seltsam aber wahr, ausgerechnet in der Bildzeitung steht etwas mehr und nach dem ersten überfliegen auch keine offensichtlichen Fehler. Da steht allerdings auch die Entfernung zu seiner Sonne sei relativ klein.


    Hmmmm, also ich vermute diese Aussage bezieht sich nur auf Exoplaneten, die mit der gleichen Methode (Helligkeitsschwankungen bei teilweiser Sternbedeckung) entdeckt wurden. Je näher der Planet, um so größer ist der Anteil des Sternenlichts, das bei einer Bedeckung nicht mehr sichtbar ist. Weit entfernte Planeten sind daher schwer zu entdecken, was aber nicht bedeutet, dass es sie nicht gibt. So wie es in der Bildzeitung steht leucht dies mir sogar ein.

  • von OlbersD - 18.03.10 20:20
    de.wikipedia.org

  • von OlbersD - 18.03.10 20:44
    de.wikipedia.org


    Nach Wikipedia gibt es jedenfalls einige Planeten die wesentlich weiter von ihrer Sonne entfernt sind.

  • von OlbersD - 19.03.10 09:39
    Korrektur: Uups, das habe ich mir nicht richtig überlegt, nein, die Entfernung Stern-Exoplanet ist nicht entscheidend für Helligkeitsunterschiede bei der Sternbedeckung. Die Entfernung Stern-Exoplanet ist winzig klein im Vergleich zur Entfernung zu unserer Sonne/Erde. Die Helligkeitsabnahme ist daher praktisch nicht von Entfernung Exoplanet und Stern abhängig. 

  • von OlbersD - 19.03.10 09:57
    Der Unterschied ist nur die größere Umlaufzeit. Die Zeit zwischen zwei Bedeckungen durch den Jupiter würde ja für einen fiktiven Beobachter auf dem Exoplaneten 12 Jahre dauern. Daher wurden für diesen Langsamläufer von den Satelliten maximal eine Verdunklung gemessen. Damit kann aber der Planet noch nicht eindeutig erkannt werden. Nur wenn sich eine solche Sternbedeckung regelmäßig wiederholt, kann davon ausgegangen werden, dass es sich wirklich um einen Exoplaneten handelt.

  • von OlbersD - 19.03.10 10:24
    de.wikipedia.org


    Heiße Gasplaneten sind Schwachsinn! Wie das Bild in dem Artikel zeigt würden diese verdampfen und wären somit schon bald nicht mehr zu sehen. Es es also bestimmt kein Zufall, dass die Gasriesen in unserem Sonnensystem wesentlich weiter als die Erde von der Sonne entfernt sind.

  • von OlbersD - 19.03.10 10:35
    @rocu Sag auch mal was dazu

  • von OlbersD - 19.03.10 10:50
    -- Zitat --


    Garching/Berlin/London (dpa) - Astronomen haben erstmals einen Planeten bei einem fernen Stern aufgespürt, der den Planeten unseres Sonnensystems weitgehend ähnelt.


    -- Zitat Ende --


    Quatsch, in Wikipedia kann jeder nachlesen, dass schon über 400 Exoplaneten entdeckt wurden (naja zumindest die Entdecker behaupten das) und einige der Erde sicherlich ähnlicher sind als Corot-9b. Corot-9b ist aber wohl die erste Exoplanet, den der Satellit Corot aufgespürt hat, und der halbwegs vergleichbar zu den Planeten des Sonnensystems ist, insbesonder der Sonne nicht wesentlich näher als Merkur.

  • von OlbersD - 19.03.10 12:34
    Also Leute, der erste erdähnliche Exoplanet wurde wohl nach Pressemeldungen schon mindestens zehnmal gefunden. Siehe etwa:


    www.theregister.co.uk

  • von OlbersD - 19.03.10 12:50
    Es gibt wohl hauptsächlich zwei Methoden um Exoplaneten aufzuspüren. Der Nachweis von Sternbedeckungen durch den Exoplaneten und der Nachweis von Änderungen der Geschwindigkeit des Sterns durch die Gravitationswirkung des Exoplaneten. Nur in wenigen Fällen bei näheren und lichtschwachen Sternen, bei gleichzeitig großen und weit entfernten Exoplaneten, kann ein direkter Nachweis gelingen.


    Weitere Nachweismethoden, etwa durch Gravitationslinsen oder Pulsare, können wohl als Science Fiction bezeichnet werden. Die Transitmethode (Sternbedeckung) funktioniert besonders gut bei großen (großer Durchmesser) Exoplaneten nahe des Muttersterns. Bei weiter entfernten Exoplaneten sind Sternbeckungen selten und auch die Geschwindigkeit des Exoplaneten und damit die Mitbewegung des Sterns nimmt mit der Entfernung ab. Es ist daher kein Wunder, dass vor allem große Planeten entdeckt wurden,
    die nahe ihrer "Sonne" umlaufen.

  • von OlbersD - 19.03.10 13:52
    Einige der über 400 Entdeckungen von Exoplaneten sind sicher zweifelhaft. Ich denke der Planet sollte schon mit mehreren Methoden nachgewiesen sein, möglichst mit unterschiedlichen Teleskopen und die Daten wie Masse (ergibt sich aus der Geschwingkeitsmessung, Dopplermethode) und Größe (folgt aus Transit-Methode) sollten irgendwie plausibel sein.

  • von OlbersD - 08.04.10 18:46
    Korrektur: Die Bindungsenergie ist proportional Masse durch Radius des Planeten. Für den Jupiter ist der Wert etwa 30-fach höher als für die Erde. Damit könnte auch Wasserstoff noch nicht entkommen. Ein Jupiter innerhalb der Erdbahn wäre daher durchaus denkbar.

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