Schinzel -
08.02.12 11:33
Die Konjunktur in Schleswig-Holstein ist auch zum Jahreswechsel 2011/2012 weiterhin
robust. Mit einem Wert von 117,0 Punkten liegt der Konjunkturklimaindex, der einen Wert
zwischen 0 und 200 annehmen kann, nur geringfügig unter dem Wert des Vorquartals von
118,1 Punkten. Wegen der gestiegenen konjunkturellen Risiken wie der Schuldenkrise im
Euroraum und der weltweiten Wachstumsabschwächung wird das Spitzenergebnis des
entsprechenden Vorjahreswertes von 130,1 Punkten allerdings nicht erreicht. Dazu erklärt
Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK Schleswig-Holstein: „Unternehmen und
Verbraucher werden derzeit nahezu täglich mit Krisenmeldungen aus der Eurozone
konfrontiert. Angesichts dieser Verunsicherung zeigt sich unsere Wirtschaft in erstaunlich
guter Verfassung.“
Dies sei der positiven Entwicklung von Investitionen und Konsum im Inland zu verdanken.
Insgesamt beurteilen 42,4 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut,
49,5 Prozent als befriedigend und nur 8,1 Prozent als schlecht (Vorquartal: 44,4 Prozent;
44,9 Prozent; 10,6 Prozent). Dies ergab die von der IHK Schleswig-Holstein durchgeführte
repräsentative Umfrage bei rund 2.000 Unternehmen.
Zu den einzelnen Branchen:
Die Industriekonjunktur wird weiterhin von gut gefüllten Auftragsbüchern und der regen
Investitionstätigkeit der Unternehmen getragen. Allerdings kann sich auch das verarbeitende
Gewerbe Schleswig-Holsteins den verschlechterten Bedingungen auf einigen Exportmärkten
nicht entziehen. Die Bauwirtschaft berichtet überwiegend von einer befriedigenden
Geschäftslage. Sie erhält positive Impulse aus dem Bereich des Wohnungsbaus. Der Handel
hat sich zu einer konjunkturellen Stütze entwickelt. Er profitiert von einer spürbaren Belebung
der Verbrauchernachfrage und der gesunkenen Arbeitslosigkeit. Die Lage in der
Verkehrswirtschaft ist überwiegend befriedigend. Die Kreditwirtschaft berichtet weiterhin von
guten Geschäften, wenngleich sich die Turbulenzen auf den Finanzmärkten negativ auf die
Einschätzungen der weiteren Geschäftsentwicklung auswirken. Rundum positiv stellt sich die
Konjunkturlage in der Dienstleistungswirtschaft dar. Besonders gut laufen die Geschäfte bei
den unternehmensbezogenen Dienstleistern.
Die schleswig-holsteinische Wirtschaft blickt insgesamt verhalten optimistisch in die Zukunft.
20,2 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 61,6 Prozent
eine gleich bleibende und 18,2 Prozent eine schlechtere Lage (Vorquartal: 22,4 Prozent; 59,4 Prozent; 18,2 Prozent). Die Beschäftigungspläne der Unternehmen sind insgesamt
weiterhin auf Wachstum gerichtet, Fachpersonal wird insbesondere in der Industrie, im
Einzelhandel und bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungsunternehmen gesucht.
Die Investitionstätigkeit entwickelt sich weiterhin dynamisch.
Das Fazit von Christoph Andreas Leicht: „Für konjunkturelle Schwarzmalerei besteht in
Schleswig-Holstein kein Anlass. Steigende Investitionen und die positive
Beschäftigungsentwicklung lassen erwarten, dass der Konjunkturzug auch im Laufe dieses
Jahres in Fahrt bleibt. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Schuldenkrise im Euroraum
nicht weiter eskaliert.“
IHK Schleswig-Holstein
Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-
Holstein ist seit 1. Januar 2006 der zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die
mehr als nur regionale Bedeutung haben. Zu diesen Themen bündelt sie die Meinung der drei IHKs in Schleswig-
Holstein, so dass diese gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande sprechen.
Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000 Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern
wahr.
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