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Kapitalismus in der Krise: Marktwirtschaft kann Asien besser

Avatar von yiggamouse yiggamouse - 09.02.12 14:47 Der Kapitalismus an sich ist nicht in der Krise - nur der westliche Kapitalismus ist es. Das ist die Folge dreier Fehler und einer ideologischen Überhöhung.

Kommentare: (11)

  • von phantadu - 09.02.12 17:22 Pardon, aber wenn ich mir so anschau, wie in asiatischen Ländern die Armen dahinvegetieren, kann ich dem Artikel nicht ganz folgen. Im Kern stimmt es allerdings, dass der Kapitalismus niemals entfesselt sein darf. Und genau das ist im globalen Wettbewerb geschehen. Das rückgängig zu machen, wird uns nur schwer gelingen, weil die Profiteure alles daran setzen, das zu verhindern. Und es wird gelingen, bis alles zusammen bricht, denn sie haben dazu die nötige Macht, die entsprechende Skrupellosigkeit und die Mittel. Und genau deswegen wird uns der gerühmte Kapitalismus letztendlich alle ärmer machen als es ein marxistisches System je könnte. Der sogenannte Reichtum ist übrigens mehr als Fassade. Wir sind umgeben von wertlosem Kaufrausch-Schrott und Überflutung mit Zeug, das eigentlich keiner braucht uns aber als Ersatz für Liebe und Harmonie dienen soll. Wir Menschen verrohen zunehmend und werden immer egoistischer. Wir führen Kriege, damit wir Arbeitsplätze sichern und sich Kriegsanleihen rentieren... Unser Essen wird zwar bunter, aber inhaltlich immer schlechter. Ne Leutz, mich überzeugt ihr nicht mehr von dem System...

  • von yiggamouse - 09.02.12 17:44 ich seh das auch sehr differenziert. Der Mann reflektiert den "asiatischen Kapitalismus" sehr selektiv. Erstens sehen wir gerade in Asien, dass Kapitalismus sehr wohl in undemokratischen Systemen funktioniert und das ist absolut nicht wünschenswert, zweitens ist es ein Märchen, dass die Wohlstandverteilung in Asien besser funktioniert und drittens hängt der gute Mann einem ziemlich konfuzianischen Verständnis von Parternalismus und Führung an.
    Abgesehen davon finde ich es aber ziemlich interessant, dass sich jetzt Experten aus den Schwellenländern zu Wort melden und den Ex-Führungsnationen die Leviten lesen.

    Was du im 2. Teil ansprichst ist aber Kritik am Materialismus und seiner Fähigkeit, Menschen um genau das zu betrügen, was er ihnen verspricht: Glück, Liebe etc. . Das teile ich weitgehend, nur ist der Marxismus eine nicht weniger materialistische Weltanschauung. Das sind sich die beiden zwillingshaft ähnlich.

  • von gefr.asch - 09.02.12 18:00 Ob es in Asien besser funktioniert und die genannten Fehler nicht gemacht wurden oder werden, darüber lässt sich sicher streiten. Auf alle Fälle trifft genau das beschriebene auf die westliche Welt zu. Außerdem wird meine These bestätigt, daß die soziale Marktwirtschaft ein Ergebnis des Kalten Krieges war und es diese ohne den 2.Weltkrieg und seine Folgen wahrscheinlich nie gegeben hätte. Warum sollte der Marxismus eigentlich keine materialistische Weltanschauung sein?

  • von yiggamouse - 09.02.12 18:08 @gefr.asch : Ja, die Analyse find ich auch gut und deine These in Sachen Sozialer Markwirtschaft unterschreib ich auch. Die Frage ist für mich: Gelingt es, aus dem bislang produktivsten System (dem Kapitalismus) ein gerechtes System zu schaffen und vor allem eines, das dauerhaft funktioniert? Der Artikel stellt genau das in Frage und wirft dem Westen einen ideologischen Umgang mit dem Markt vor. Das stimmt. Die Vorstellung, der Markt könne ALLES ALLEIN regeln, ist naiv bis quasi-religiös.

  • von phantadu - 09.02.12 18:10 Oh, ich glaub, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meine damit, dass wir in einer Zeit leben, wo uns lauter Zeug angeboten wird, das wir eigentlich nicht brauchen. Immer mehr, immer besser, immer größer, immer bunter... sorry, aber mir genügt mein Uralthandy, und wozu ein Mensch ein Tablet braucht, konnte mir auch noch niemand erklären. Allein der Plastikschrott, den wir ständig überall aufgedrückt bekommen... Alles nur, um es schnell wieder wegzuwerfen... Ich stelle mir eine marxistische Gesellschaft eher bedarfsgerecht vor als auf schnellen Gewinn und Leuteverarsche ausgerichtet...

  • von yiggamouse - 09.02.12 18:22 Sicher kann ein zentralistisches System mit einem umfassenden Staatsapparat besser VERTEILEN, was erwirtschaftet wird, nur eben nicht gut ERWIRTSCHAFTEN, was verteilt werden soll. Ich persönlich habe gegen die Unfreiheit durch einen Zentalstaat die selbe Abneigung wie gegen die Unfreiheit eines Molochmarktes und ich glaube, dass sich diese beiden Großsysteme moralisch nichts schenken.

    Die Sache mit der Technik sehe ich anders: So Dinge wie Smartphones, Videokonferenzen etc. ersetzen materielle Dinge durch intelligente Anwendungen. Ich könnte im Prinzip von einem Schrebergarten aus weltweit arbeiten mit perfekter CO2-Bilanz. das find ich sehr sinnvoll.
    In Sachen "Unnützes zeug" geb ich dir auch recht. Auch das ist eine Form von Unfreiheit, die nervt. Aber das ist ein Stück weit eine persönliche Haltung, oder Reife. Ich würde nie einem Afrikaner Materialismus vorwerfen, weil er auch konsumieren will...

  • von phantadu - 09.02.12 18:26 Ich habe nichts gegen Fortschritt, wenn er uns wirklich was bringt. Aber heutzutage kannst du mit dem größten Schwachsinn Milliiardärin werden, während wirklich wichtige Arbeit völlig unterbezahlt ist. Wo ist da das Regulat oder die Wertschöpfungsabgabe? Das fordern die Linken. Ich persönlich bin immer noch Fan von der sozialen Marktwirtschaft. Aber die funktioniert im globalen Wettbewerb eben genauso wenig wie der reine Sozialismus. Und das ist das eigentliche Dilemma... Wir scheitern an der Wettbewerbsidee.

  • von yiggamouse - 09.02.12 18:34 es wird noch was Ganz anderes kommen, als diese beiden relativ kruden Weltanschauungen, da bin ich mir sicher. Auch gesellschaftliche Innovationen entstehen häufig in krisenhaften Situationen. Dazu ein andermal (Muss jetzt noch etwas Kapital akkumulieren, damit es was zu Essen gibt. ist doof, ich weiß....

  • von phantadu - 09.02.12 18:35 Na dann akkumulier mal schön!

  • von Apache - 09.02.12 20:27 Kapitalismus? Ach, betrifft mich nicht, ich bin immer neger!

    "neger" ist das Adjektiv zum Substantiv "Negerant"
    Bedeutung:
    [1] österreichisch veraltend: Pleitier; Person, die ständig ohne Geld ist
    Herkunft:
    von lateinisch niger über französisch nègre von neger sein (pleite sein). Heutzutage wird „schwarz“ mit der Bedeutung „arm“, „ohne Geld“ noch in „schwarzfahren“ (ohne Fahrkarte fahren) verwendet.

  • von phantadu - 09.02.12 20:34 Klasse, Apache!

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